Integrated Peripherials

Enhanced IDE-BIOS-Optionen
Bei modernen Pentium-Boards ist es Mode geworden, den EIDE-Festplatten-Controller nebst Schnittstellen gleich auf dem Motherboard zu integrieren.
Entsprechend findet sich dann auf diesen Boards auch ein EIDE-taugliches BIOS. Aber auch wenn ein PCI-PC keinen EIDE-Controller onboard hat, kann er über ein EIDE-taugliches BIOS verfügen.
Ein solches EIDE-BIOS bringt Vorteile, wenn Sie in Ihrem PC IDE-Festplatten (beziehungsweise EIDE-/FAST-ATA-Drives) größer als 540 MByte installieren möchten. Das EIDE-taugliche BIOS ist quasi die Neugeburt der BIOS-Festplatten-Parameter-Einstellungen, die früher nur aus zwei Zeilen für zwei Festplatten bestand. EIDE unterstützt den Anschluß von bis zu vier Festplatten.
Damit Festplatten größer als 540 MByte angesteuert werden können, ist entweder ein EIDE-Controller mit eigenem BIOS oder einer mit Treibern nötig. Soll eine Festplatte größer als 540 MByte an einem uralten IDE-Controller betrieben werden, muß die mit der Festplatte kommende On-Track- oder EZDrive-Treiberarchitektur verwendet werden.
Alle Lösungen sind »knifflig«, bestenfalls die Controller mit eigenem BIOS sind empfehlenswert. Genau in diese Kerbe schlagen die neuen Motherboard-BIOS mit EIDE-Funktionalität: Sie sprengen die alten Limits.
Die Installation großer Festplatten wird somit genauso einfach, wie sie früher über das BIOS war. Folgende Situationen sind möglich:
Motherboard mit EIDE-BIOS, EIDE-4fach-Controller onboard: Das ist die Kombilösung.
Motherboard mit EIDE-BIOS, wobei ein uralter 2fach-IDE-Controller installiert ist: ein sehr fragwürdiges Gespann.
Das neue EIDE-BIOS gewährleistet, daß auch über den alten IDE-Controller Festplatten jenseits 540 MByte ohne großen Treiberaufwand betrieben werden können.
Motherboard mit EIDE-BIOS und einem modernen EIDE-Controller im PCI-Steckplatz: eine sehr gute Kombination, bei der Sie kritisch prüfen müssen, inwieweit die Leistungsfähigkeit des Controllers mit den EIDE-Optionen des BIOS übereinstimmt. So lassen diverse 4fach-EIDE-Controller hohe PIO-Modes häufig nur am Primary Port zu (für die ersten beiden Festplatten).
Die EIDE-Eigenschaften werden im BIOS, wie nachfolgend beschrieben, eingestellt. Dabei beziehen sich die hier aufgeführten Optionen auf das AWARD BI0S im Gespann mit dem Triton-Chipsatz, sind allerdings auch problemlos auf andere EIDE-BIOS und Chipsätze übertragbar:

Die Optionen können bei "älteren" BIOS-Versionen wie folgt aussehen, haben aber die gleichen Auswirkungen wie oben beschrieben.

IDE HDD Block Mode :»enabled«
IDE 32 Bit Transfer Mode :»enabled«
IDE Primary Master PIO :»auto«
IDE Primary Slave PIO :»auto«
IDE Secondary Master PIO :»auto«
IDE Secondary Slave PIO :»auto«
On Chip Primary PCI IDE :»enabled«
On Chip Secondary PCI IDE :»enabled«
PCI Slot IDE 2nd Channel :»enabled«

IDE HDD Block Mode
Bitte Festplattenmanual zur Hand nehmen!
Ist diese Option auf "Enabled", bei manchen Versionen auch "Auto", ermittelt das BIOS aus der ersten Spur der (E)IDE-Festplatte (Konfigurationssektor),wie viele Sektoren auf einmal gelesen bzw. geschrieben werden können.
Nach Möglichkeit also nutzen, weil dieser Block-Modus als Multi-Sektor-Transfer den Verwaltungsaufwand der Platte entscheidend senkt gegenüber der Einzelabwicklung der Schreib- und Lesevorgänge, also einen echten Tempogewinn bringt.
Können hier noch konkrete Zahlenwerte gewählt werden, sind diese für den Normaluser nicht direkt einsehbar

Bei älteren Versionen zu finden:
Auch schon etwas "ältere" Festplatten sind in der Lage, mehrere Datenblöcke auf einmal einzulesen und zum Prozessor zu übertragen. Setzen Sie den Wert bei IDE HDD Block Mode Wert auf 8 oder 16. Höhere Werte bringen im Allgemeinen nicht mehr, sondern verlangsamen das Ganze nur wieder.

IDE HDD Block Mode (enabled/disabled)

Der Festplatten-Controller arbeitet, wenn er aktiviert ist, mit dem schnelleren Block-Mode-Datentransfer, den praktisch alle modernen Festplatten unterstützen. Fur diese Option sollte »enabled« eingestellt werden, was auch der Voreinstellung entspricht.

IDE 32 Bit Transfer Mode (enabled/disabled)

Diese Option aktiviert/deaktiviert den schnelleren 32-Bit-Transfermodus. Hier gilt: bei modernen Festplatten unbedingt verwenden, bei älteren Festplatten können Probleme auftreten.

On Chip Primary PCI IDE: enabIed/disabled
Hier aktivieren oder deaktivieren Sie den Onboard-Controller des Motherboards. Deaktivieren ist unbedingt erforderlich, wenn Sie eine Controller-Steckkarte verwenden möchten (eventuell weil sie leistungsfähiger als der Onboard-Controller ist oder letzterer sich als fehlerhaft erweist).

On Chip Secondary PCI IDE: enabled/disabled
Unterstützt ein Onboard-Controller den Anschluß von bis zu vier Drives, hat er logischerweise auch einen Secondary-IDE-Port. Den sollten Sie nur dann aktivieren, wenn Sie ihn auch gebrauchen, also mehr als zwei Drives installiert haben. Andernfalls belegt der Secondary Port lediglich einen der kostbaren PC-Interrupts, die eigentlich frei sein sollten.

PCI Slot IDE 2nd Channel: enabled/disabled
Diese Option ist in zwei Fällen unbedingt zu aktivieren: wenn Ihr Motherboard nur über einen IDE-Port verfügt und Sie für zwei weitere Drives eine zusätzliche 2fach-PCI-Controller-Steckkarte einbauen -oder wenn Sie den zweiten Port des 4fach-EIDE-Controllers zugunsten eines zusätzlichen 2fach-EIDE-Controllers in einem Steckplatz deaktivert haben. Das kann durchaus Sinn machen: Unterstützt der Motherboard-EIDE-Controller beim Secondary Port nur die alten langsamen PIO-Modes, sollten »Speed-Süchtige« der Leistung der 3. und 4. Festplatte zuliebe in diesem Fall auf eine zusätzliche Controller-Karte ausweichen, die einen Secondary Port mit voller PIO-Leistung bietet.

PIO-Modes
Die IDE-Optionen können bei modernen BIOS für bis zu vier Drives eingestellt werden.
Installationsbedingt wird bei EIDE zwischen zwei Ports unterschieden, so auch im BIOS-Setup:
Primary Port (die 1. und 2.Festplatte) und Secondary Port (die 3.und 4.Festplatte, also der zweite Anschlußpfosten auf Controller-Karte oder Motherboard).
An jedem Port hängt ein Drive als Master, eines als Slave (Einstellungen sind über Jumper auf der Festplatte vorzunehmen).
Bedenken Sie, daß der obige vierzeilige Auszug aus dem AWARD-/Triton-Setup dem Idealfall entspricht, der in der Praxis nicht gewährleistet ist.
Zwar können Sie für jede Festplatte einen PIO-Wert von 0 bis 4 oder den UDMA-Modus angeben (je höher, desto besser, siehe technische Daten des Festplattenmanuals), allerdings ist nicht garantiert, ob der Controller mitspielt, denn bei vielen EIDE-Controllern wird der PIO-Wert der »langsameren« Festplatte bei zwei Harddisks an einem Port auch bei der schnellen verwendet.
Ein Port kann also nur mit einer PIO-Rate arbeiten.
Das gleiche gilt auch bei Verwendung des moderneren UDMA-Modus, die rein theoretisch eine Übertragungsrate von 33,3 MB/s gegenüber 16,6 MB/s bei PIO-Mode 4 erreicht. Um sich Klarheit zu verschaffen, hilft nur ausprobieren und die Geschwindigkeit mit einem Festplatten-Testprogramm messen. Wer der Auto-Erkennung des BIOS vertrauen will (Profis tun das nicht), kann anstelle eines PIO-Werts bei AWARD/Triton auch »auto« eintragen.

Im AMI-BIOS gilt hinsichtlich PIO das gleiche.
Läßt sich bei Ihrer AMI-Version kein PIO-Wert von 0 bis 4 und / oder UDMA direkt als Zahlenwert angeben, werden Ihnen textliche Optionen geboten:
»standard«, »slow«, »fast«, »fastest« etc. (sie stehen für die verschiedenen PIO-Werte).

Onboard PCI SCSI Chip
Sollte das Motherboard einen Onboard-SCSI-Adapter besitzen, und eine oder mehere SCSI-Festplatten im System sein, läßt sich der Onboard-SCSI-Chip über "Enabled" aktivieren. Dann belegt er natürlich auch entsprechende Ressourcen in Form von Interrupt und/oder DMA-Kanal.
Ist also keine SCSI-Festplatte angeschlossen, unbedingt auf "Disabled".

USB Controller
Bei "Enabled" wird der im Chipsatz integrierte USB-Controller aktiviert (Universal Serial Bus). Sollte ein USB-Gerät im System sein, ist "Enabled" zu wählen. Benutzt man z.B. eine neue USB-Tatatur, ist dieses zwangsläufig, denn ohne eigene USB-Treiber im Betriebssystem ist eine Eingabe kaum möglich. Und auch die Änderungen im BIOS-Setup werden letztendlich über die Tastatur vorgenommen.
Ist jedoch kein USB-Gerät angeschlossen, unbedingt auf "Disabled", die Ressourcen muß man ja nicht unbedingt verschenken.

Onboard FDD Controller
Der FDD-Controller steuert die Diskettenlaufwerke auf Interrupt 6 und DMA-Kanal 2.
Also:"Enabled"!
Soll der Onboard-Controller durch eine seperaten Controller in Form einer Steckkarte ersetzt werden, kann der FDD-Controller über "Disabled" deaktiviert werden. Die eingesparten Ressourcen gehen in der Regel wieder woanders drauf.
Eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Optionen:
Ist der Rechner für andere Personen frei zugänglich, ist zu überlegen, "Disabled" einzustellen. Bei Paßwortaktivierung für BIOS-Setup (Siehe "BIOS FEATURE SETUP" Punkt "Security Option") gibt dann diese Option einen gewissen Schutz vor Viren und Datenklau. Denn mal ganz ehrlich, im Netzwerk oder nicht: Wie oft benutzt man heute noch die Floppy?

Standardaddressierung der physikalischen seriellen Ports:
COM1 = 3F8 / IRQ4
COM2 = 2F8 / IRQ3
COM3 = 3E8 / IRQ4
COM4 = 2F8 / IRQ3
Diese Portverteilung wird auch so von Windows95 / Win3.x übernommen.

Onboard Serial Port 1
Standardeinstellung: "3F8 / IRQ4" als COM 1
Wird diese Schnittstelle nicht benötigt, können über Option "Disabled" wieder Ressourcen eingespart werden.

Onboard Serial Port 2
Standardeinstellung: "2F8 / IRQ3" als COM 2
Wird diese Schnittstelle nicht benötigt, können über Option "Disabled" wieder Ressourcen eingespart werden.

UART2 Mode (Bei einigen BIOS-Versionen)
Der Betriebsmodus für den zweiten seriellen Schnittstellenbaustein kann hier festgelegt werden.
Bei "Standard" wird er im normalen Betrieb als RS-232C-Schnittstelle konfiguriert.
Bei "IrDA 1.0", "IrDA 1.1" und "ASK-IR" erfolgt die Ansteuerung der Infrarot-Interfaces nach der entsprechenden Norm.

Duplex Mode (Bei einigen BIOS-Versionen)
Wählt man hier die Option "Full", darf ein angeschlossener Infrarot-Transceiver gleichzeitig senden und empfangen.
Wählt man hingegen "Half", wird nur ein Simplex Mode gestattet, es ist nur abwechselnd Sende- und Empfangsbetrieb möglich.

Onboard Parallel Port
Standardeinstellung: "378H / IRQ7".
Dieses entspricht in Windows Druckeranschluß LPT1.
Wird Druckeranschluß LPT2 benötigt: 3BC / IRQ7
Wird Druckeranschluß LPT3 benötigt: 278 / IRQ5
Wird kein Druckeranschluß benötigt: "Disabled". Dann kann der IRQ anderweitig genutzt werden.
Bei Wahl des IRQ5 ist zu beachten, daß die meisten Soundkarten standardmäßig diesen als vorkonfigurierten Interrupt nutzen. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen, sollte man den Druckeranschluß anderweitig wählen

Onboard Parallel Mode
Standardeinstellung: "SPP".
Mögliche Einstellungen, die aber explizit vom Drucker bzw. dessen Manual oder anderen anzuschließenden Geräten unterstützt oder sogar verlangt werden:
SPP, SPP = Normal Printer Port, Standard Parallel Port
EPP / SPP, EPP = Enhanced Parallel Port
ECP, ECP = Extended Capabilities Port
ECP / EPP
Im Gegensatz zu SPP arbeiten sowohl der EPP als auch der ECP bidirektional und dadurch bedingt, bedeutend flotter.
Der EPP-Mode läßt sich mit anderen Modi kombinieren (s.o.), sollten aber keine Probleme auftreten, ist der "ECP/EPP-Mode" heute fast schon Standard. Er wirkt als flexibelste und flotteste Einstellung, immer vorausgesetzt, der Drucker spielt mit.
Bei Einstellung SPP funktioniert eigentlich jeder Drucker, nur wird der Geschwindigkeitsvorteil moderner Drucker nicht voll ausgenutzt.
ECP Mode Use DMA (Bei einigen BIOS-Versionen)
Hier kann ein DMA-Kanal dem ECP-Modus zugewiesen oder gesperrt werden.
Zur Auswahl stehen "Kanal 1" und "Kanal 3", wobei wieder in Hinsicht auf eine eventuell vorhandene Soundkarte zu beachten ist, daß diese meistens auf DMA-Kanal 1 vorkonfiguriert sind.
Parallel Port EPP Type (Bei einigen BIOS-Versionen)
Sollte ein Parallelport-Gerät im System Probleme verursachen, läßt sich über die Optionen "EPP1.7" oder "EPP1.9" manchmal etwas machen. Der neuere EPP1.9-Modus ist aber nach Möglichkeit vorzuziehen.